Land:
Währung:

Wahrnehmung und Messung des Lärms von PCs und EDV-Geräten

Dieser Artikel aus der Zeitschrift PC Noise legt gut verständlich dar, warum wir das Bedürfnis haben, unerwünschte Geräusche aus unserer häuslichen und Arbeitsumgebung fernzuhalten. Behandelt werden die Eigenschaften von Schall, wie man ihn misst und welche einschlägigen Normen in der IT-Branche zu beachten sind. Außerdem wird ein faszinierender Einblick in die gesundheitlichen Auswirkungen von PC-Lärm geboten.

Was ist Schall?

Die Energieform Schall wird von einer Quelle erzeugt, durch ein Medium übertragen und von einem Empfänger empfangen.

Die von einer Quelle ausgehenden Schallwellen sind winzige positive und negative Druckschwankungen, die darauf zurückzuführen sind, dass die Luft von der vibrierenden Quelle abwechselnd verdichtet und verdünnt wird.

Unsere Ohren nehmen die von der "vibrierenden" Quelle ausgehenden Druckwellen auf, wandeln sie in elektrische Signale um und leiten diese an das Gehirn weiter, das sie dekodiert.

Schall kann erwünscht oder unerwünscht sein. Im ersteren Fall wird er als Klang, im letzteren als Lärm bezeichnet.

Geräuschbelästigung

Lärmbelästigung wird in der uns umgebenden Welt zunehmend zu einem Problem. In unserem Alltag müssen wir im Straßenverkehr und in Einkaufszentren hohe Geräuschpegel und am Arbeitsplatz und zu Hause Umgebungslärm dulden. Zuweilen erscheint die Belästigung ausweglos. Da immer mehr Menschen sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause mit Computern beschäftigt sind, kommt eine weitere Geräuschquelle hinzu.

Interessanterweise leitet sich das englische Wort für Lärm, "noise", von dem lateinischen Begriff "nausea" ab, der nichts anderes als "Übelkeit" bedeutet: Lärm kann also wortwörtlich krank machen!

Was verursacht in PCs Lärm?

Der von einem handelsüblichen PC erzeugte Lärm variiert von 30 dB(A) bis 50 dB(A). Das ist laut genug, um Personen, die für längere Zeit in der Nähe arbeiten, abzulenken und ihnen Stress zu bereiten.

Diese Problematik wird dadurch erschwert, dass PCs aus folgenden Gründen immer lauter werden:

  • PC-Bauteile sind schneller und geworden und entwickeln mehr Wärme
  • Lüfter, die diese Wärme zerstreuen sollen, sind eine Hauptgeräuschquelle
  • Festplatten sind mit Scheiben ausgestattet, die sich mit sehr hohen Geschwindigkeiten drehen. Dies verursacht Vibration und Lärm
  • Die Seitenwände schlecht konstruierter Gehäuse klapperrn und vibrieren
  • Optische Laufwerke wie DVDs und CD-ROMs können ebenfalls z.B. Windgeräusche und Vibrationen verursachen

Was ist ein Dezibel?

Das Dezibel ist die am häufigsten verwendete Messgröße für Lautstärke, die sich als logarithmische Abweichung des Schalldruckpegels von einem Bezugspegel darstellen lässt. Der für den Menschen hörbare Bereich der Lautheit von Schall in dB reicht von 0 dB (d.h. der Hörschwelle) bis zu ohrenbetäubenden 135 dB (die im wörtlichen Sinne Schmerz verursachen können!).

In der Akustik ist feststellbar, dass erhebliche Änderungen bei messbaren Kenngrößen (z.B. Druck, Energie) mit vergleichweise geringen Änderungen der wahrgenommenen Lautstärke einhergehen. Eine einfache, lineare Skala ist hier ungeeignet, da große zahlenmäßige Abweichungen wenig über die Unterschiede des wahrgenommenen Schalls aussagen. Es ist daher zweckmäßiger, auf eine logarithmische Skala umzusteigen.

Auf der Bel-Skala (benannt nach dem Erfinder Alexander Graham Bell) wird Kraft oder Druck durch Logarithmen zur Basis 10 ausgedrückt. Um mit einem aussagekräftigeren Zahlenbereich für den Ausdruck von Kraft oder Druck arbeiten zu können, kam man überein, die Werte jeweils mit 10 zu multiplizieren (daher die Bezeichnung Dezibel). Bei fast allen Audiogeräten (z.B. Mikrofonen, Lautsprechern, Soundkarten und Verstärkern) werden die technischen Daten logarithmisch (d.h. in dB) ausgedrückt. Es folgt eine kurze Erläuterung zu Logarithmen. Sie werden feststellen, dass dieser Teil recht mathematiklastig ist. Dennoch werden Sie diesen Artikel auch ohne ein abgeschlossenes Mathematikstudium verstehen können. Wir werden die hier besprochene Mathematik später selbst anwenden.

Denken Sie im Zusammenhang mit unserem Logarithmus-Beispiel an eine Million.

1.000.000

Diese Zahl können wir folgendermaßen ausdrücken: 10 x 10 x 10 x 10 x 10 x 10;

oder 1.000.000 = 106;

oder allgemeiner gefasst: y = x n.

Unter Einbindung der Logarithmusfunktion sähe diese Formel folgendermaßen aus: n = logx y

Diese Formel sähe im Falle unseres “Eine Million"-Beispiels folgendermaßen aus: 6 = log10 (1,000,000)

Der logarithmische Wert der Zahl 1.000.000 wäre demnach 6.

Wie auf den Graphen unten erkennbar ist, sprengen die Zahlen auf der linearen Y-Skala (linker Graph) mit dem Anstieg der empfundenen Lautstärke schnell den Rahmen des Graphen. Bei Verwendung einer logarithmischen Y-Skala (rechter Graph) sind die oberen und unteren Werte besser erkennbar und damit brauchbarer.

Ein Logarithmus ist lediglich der Index einer Zahl. Dabei ist zu beachten, dass ein Logarithmus nach gewissen Grundregeln der Mathematik umgestellt werden kann. Beispielsweise kann man dort, wo zwei Zahlen sich miteinander multiplizieren, ihre Logarithmen miteinander addieren und dort, wo zwei Zahlen durcheinander geteilt werden, ihre Logarithmen voneinander subtrahieren.

Eine weitere wichtige Regel lautet:

log(1) = 0

Mit dieser Regel können wir auf einer logarithmischen Skala einen Nullpunkt setzen. Wenn beispielsweise auf einer Skala mit einem Logarithmus zur Basis 10 der y-Wert bei yref gleich Null sein soll, würden wir ...

n = log10 ( y / yref ) verwenden.

Demnach können nützliche Kenngrößen wie Druck und Energie als Quotient mit Bezug auf einen festgelegten Referenzwert (z.B. die Hörschwelle) angegeben werden, der dem Nullpunkt auf der Skala entspricht.

Schalldruck

Widmen wir uns nun eingehender der Messung von Druckwellen, die von einer Quelle ausgehen, indem wir uns mit Luftdruck, Schalldruck und Schalldruckpegel beschäftigen.

Luftdruck ist die Gewichtskraft der Luft, die auf eine Oberfläche wirkt. Er kann in (Pa) gemessen werden, wobei die Kraft F pro Flächeneinheit als P = F / A ausgedrückt werden kann.

Schall verursacht Schwankungen des Luftdrucks. Dieser Schalldruck zeichnet sich durch einen raschen Wechsel von Höchst- und Tiefstpunkten aus, wenn die Druckwelle auf eine Oberfläche trifft. Die Änderungsgeschwindigkeit ist jedoch so hoch, dass die meisten Messgeräte nur eine Welle mit einer insgesamt gleichbleibenden übertragenen Kraft und daher letztlich einen konstanten Druck erkennen. Zur Messung dieses Drucks wird das quadratische Mittel verwendet. Dabei handelt es sich um ein normiertes Verfahren zur Ermittlung eines aussagekräftigen Wertes für den Durchschnitt einer zeitlich schwankenden Größe.

Die quadratisch gemittelten Druckpegel üblicher Schallquellen können direkt gemessen werden:

SchallquelleDruck (Pa)
Schmerzschwelle112.5
Nietmaschine20
Stimme0.02
Raschelnde Blätter0.0002
Hörschwelle0.00002

Wie wir sehen, gibt es große Unterschiede zwischen leisen und lauten Geräuschen. Diese lineare Messskala ist nicht sehr praktikabel, weil kleine Unterschiede in der Lautstärke durch große Unterschiede beim Schalldruck dargestellt werden. Deshalb sind wir auf eine logarithmische Skala angewiesen, wie sie unten abgebildet ist.

Schalldruckpegel

Wegen der zuvor aufgezeigten großen Schwankungen des Schalldrucks werden die Druckpegel in Pascal (Pa) mit Bezugnahme auf einen Referenzwert ermittelt und in Logarithmen umgewandelt. Die resultierenden Schalldruckpegel werden in Dezibel angegeben (dB).

Schalldruckpegel = 20 log10 ( P / Pref )

Dabei ist SPL der Schalldruckpegel in dB in Bezug auf Pref, den Wert für die Hörschwelle (0,00002 Pa oder 2 x 10-5 Pa).

Wie wir sehen, liefert die dB-Skala eine brauchbarere Übersicht von Schallquellen:

SchallquelleSchalldruckpegel (dB)
Schmerzschwelle135
Nietmaschine120
Stimme60
Raschelnde Blätter20
Hörschwelle0

Ovwohl sich große Schwankungen des Schalldruckpegels gut in Dezibel darstellen lassen, muss man beim Hinzufügen oder Abziehen von Geräuschen vorsichtig sein! Als logarithmischer Quotient können Dezibel nicht arithmetisch addiert oder subtrahiert werden. Bei zwei leisen Kühlerlüftern mit jeweils 21 dB(A) entspricht der Schallpegel insgesamt 24 dB(A), NICHT 42 dB(A). Das Verfahren zur Addition von Schalldruckpegeln in dB ist in der Tabelle unten aufgeführt:

Differenz zwischen zwei Quellen in dB:012345678910
Zum höchsten Pegel hinzuaddieren:32.5221,51110,50,50

Wenn der Unterschied zwischen zwei Schallquellen 10 dB oder mehr beträgt, entspricht der Schalldruckpegel weiterhin dem höheren Wert.

Wie wird Lärm wahrgenommen?

Wir haben nun erforscht, wie von einer Quelle ausgehende Druckwellen gemessen werden. Als nächstes wollen wir untersuchen, wie diese Schallwellen mit den Sinnen erfasst werden. Das menschliche Ohr ist kein exaktes Messgerät für Schallpegel, da die Wahrnehmung von Schall in Abhängigkeit von der Frequenz (Tonhöhe) und Lautstärke variiert.

Frequenz

Die Frequenz von Schall wird in Hertz (Hz) ausgedrückt. 1 Hz entspricht einem Zyklus oder einer Schwingung pro Sekunde. Die vom menschlichen Ohr wahrgenommene Lautheit eines Klanges variiert abhängig von der Frequenz dieses Klanges. Gegenüber Klängen in der Mitte des Spektrums ist das Ohr empfindlicher. Dabei liegt die maximale Empfindlichkeit im Bereich zwischen 700 und 5.000 Hz. Anders ausgedrückt, ist das menschliche Ohr gegenüber niederfrequenten (tiefen) und hochfrequenten (hohen) Tönen weniger empfindlich.

Lautstärke

In den 1930er Jahren führen die Forscher Fletcher und Munson Experimente zu dieser Wechselbeziehung durch und entwickelten die erste Kurvenserie, mit der sich die Reaktion des menschlichen Ohres auf Frequenz und Lautstärke annähernd exakt darstellen ließ. Diese Kurven sind zwischenzeitlich korrigiert worden und heute allgemein als "Kurven gleicher Lautstärkepegel" bekannt.

Diese Kurve repräsentiert eine grafische Darstellung von Schalldruckpegeln aus reinen Sinustönen, die allgemein als gleich laut wahrgenommen werden.

Nehmen wir die sechste Kurve von oben als Beispiel. Aus ihr ist zu ersehen, dass, wenn ein 1-kHz-Ton mit 70 dB wiedergegeben wird, ein 70-Hz-Ton mit fast 80 dB wiedergegeben werden müsste, um als gleichlaut empfunden zu werden. Ein 16-kHz-Ton müsste mit 90 dB wiedergegeben werden, um als gleichlaut empfunden zu werden usw.

Diese Kurven zeigen, dass ein niederfrequenter Ton lauter wiedergegeben werden muss, um als genauso laut empfunden zu werden wie ein mittelfrequenter Ton; ein hochfrequenter Ton muss ebenfalls lauter wiedergegeben werden, wenn er als genauso laut empfunden werden soll.

Diese Kurven zeigen auch, dass die Auswirkung der Subjektivität des menschlichen Ohrs auf die Wahrnehmung der Lautstärke eines Tons bei einem Wechsel der Frequenz mit zunehmender Lautstärke leicht abnimmt (die lauteren Kurven nehmen über dem Frequenzspektrum einen flacheren Verlauf als die leiseren Kurven unten).

Schallbewertungssysteme

Um einen Ausgleich für die verzerrte Reaktion des menschlichen Ohrs zu schaffen, wurde ein Dezibel-Bewertungssystem entwickelt. Fast alle Schallpegelmesser sind mit elektronischen Filtern bestückt, die auf normierten Dezibel-Bewertungssystemen basieren. Am häufigsten eingesetzt werden die A-Bewertung, die B-Bewertung und die C-Bewertung. Die in dB(A) angegebene A-Bewertung ist die am häufigsten verwendete internationale Norm zur Bewertung von Schall, da sie der subjektiven menschlichen Reaktion am nächsten kommt.

Doch Frequenz und Lautheit sind noch nicht alles. Es gibt verschiedene weitere Faktoren, die unsere Wahrnehmung von Schall beeinflussen und die alle Versuche, Schallpegel exakt in Dezibel anzugeben, zu einem gewissen Grad unterlaufen. Weitere Faktoren sind Schwingungsverlauf, Komplexität, Spektrum, Oberschwingungsgehalt, Dauer, räumliche Eigenschafen, An- und Abklingcharakteristika des Schalls und das gleichzeitige Auftreten anderer Geräusche.

Beispielsweise ist es nicht möglich, das Geräusch eines PCs oder einer PC-Komponente einfach durch Messung der Frequenz und Lautheit bzw. der in dB(A) angegebenen bewerteten Lautheit als "Lärm" einzustufen. Es sind andere Eigenschaften des Geräusches wie beispielsweise seine Oberschwingungen, seine Dauer und der Zeitpunkt seines Auftretens, die unsere subjektive Reaktion auf das Geräusch beeinflussen und darüber entscheiden, ob es als unerwünscht oder unangenehm empfunden wird. Diesem Studium der menschlichen Wahrnehmung von Musik, Geräusch und Klang hat sich die Psychoakustik verschrieben.

Schallleistungspegel ggü. Schalldruckpegel

Um die Anwendung der Schallmessung in der EDV-Branche verstehen zu können, muss man zwischen Schalldruckpegeln (Definition s. oben) und Schallleistungspegeln unterscheiden. Der Schallleistungspegel ist das Maß für die Gesamtenergie der Quelle und ist umgebungsabhängig. Der Unterschied zwischen Schalldruck und Schallleistung soll anhand der beiden folgenden Beispiele veranschaulicht werden.

Stellen Sie sich eine Person vor, die vor einem Feuer sitzt. Die Schallleistung ist vergleichbar mit der Gesamtheit der vom Feuer erzeugten Wärme, der Schalldruck mit der von der Person gefühlten Temperatur.

Sie können sich die Schallleistung auch als die Wattzahl einer Glühbirne vorstellen. Der Schalldruck entspräche dann der Helligkeit in einem bestimmten Bereich des Raums. Beide Größen können mit einem Messgerät gemessen werden, und die unmittelbare Umgebung hat auf beide einen Einfluss. Im Falle von Licht ist Helligkeit mehr als die Wattzahl einer Glühbirne. Wie weit ist die Glühbirne vom Beobachter entfernt? Welche Farbe hat der Raum, und wie stark reflektiert die Wandoberfläche? Ist die Glübhirne mit einem Lampenschirm bedeckt? All diese Faktoren sind mitbestimmend dafür, wieviel Licht beim Empfänger ankommt.

In derselben Weise ist der Schalldruck nicht nur von der Schallleistung abhängig, die von der Quelle ausgeht, sondern auch von deren Umgebung. So ist der Schalldruck-Messwert eines lauten Bürogeräts von den akustischen Gegebenheiten des Büroraums abhängig, also Gardinen, Teppichware, Orberflächenbeschaffenheit und Winkligkeit. All diese Umgebungseinflüsse bestimmen darüber mit, wieviel Schall zum Empfänger gelangt.

Schallmessung bei EDV-Geräten

Rauschzahlen für EDV-Geräte variieren mit den jeweils herrschenden Messbedingungen. Abstand, Umgebungslärm und Raumbedingungen sind wichtige Faktoren, die sich auf die gemessenen Rauschzahlen auswirken können.

Aus diesem Grund ist es wichtig, zu wissen, welche der vielen Schallmessnormen bei der Ermittlung der Herstellerangaben angewandt wurden. Es nützt nichts, zu wissen, dass ein Gerät eine Geräuschemission von 20 dB(A) hat, wenn man nicht weiß, wie dieser Wert ermittelt wurde.

Auch ist zu unterscheiden, ob es sich bei einer Angabe um den Schalldruckpegel oder den Schallleistungspegel handelt. Dieser Unterschied ist erheblich und kann bis zu 12 Dezibel ausmachen. Schallleistungspegel (oft mit LWAangegeben) sind immer höher als Schalldruckpegel (LpA). Die Werte eines Produkts erscheinen immer vorteilhafter, wenn an Stelle des Schallleistungspegels der Schalldruckpegel angegeben wird. Deshalb sind Schalldruckpegelangaben bei Herstellern so beliebt!

Beispiel: Der Schalldruckpegel für eine PC-Komponente wie etwa einen DVD-Brenner oder ein Festplattenlaufwerk können relativ preiswert mit einem Schalldruckmesser ermittelt werden. Weitaus teurer ist es hingegen, ein Produkt gemäß internationalen Normen für Schallleistungspegel in einem zugelassenen Akustiklabor messen und zertifizieren zu lassen.

Messung des Schallleistungspegels

Verantwortungsbewusste Hersteller setzen die ISO-Norm 9296 um und geben die Schallleistungspegelwerte ihrer Produkte an. Diese nützen Geräteherstellern, Systemhäusern, Käufern und Nutzern aus folgenden Gründen:

  • Berechnung des Schalldruckpegels einer oder mehrerer Maschinen aus einer gegebenen Entfernung in einer gegebenen Umgebung, z.B. einer Fabrik, Werkstatt, Büro oder zu Hause
  • Vergleich der Geräuschemissionen verschiedener Maschinen
  • Festlegung von Sollwerten für die maximal zulässigen Schallpegel einer Maschine
  • Vergleich von Maschinen vor und nach schalldämpfenden Maßnahmen

Angabe von Schallleistungspegeln

Die wichtigsten internationalen Normen für die Angabe von IT-Geräuschemissionen sind ISO 9296 und ECMA-109, auf denen ISO 9296 aufbaut. Gegenwärtig mangelt es nicht an Normen zur Messung und Angabe von IT-Geräuschemissionen, jedoch an deren flächendeckender Umsetzung. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) ist ein Netzwerk nationaler Normungsinstitute aus 140 Ländern, die in Partnerschaft mit internationalen Organisationen, Regierungen, Vertretern der der Industrie und des Handels sowie Verbraucherverbänden zusammenarbeiten. Die Europäische Vereinigung der Computerhersteller (ECMA) ist eine Normungsorganisation zur Normung von Informations- und Kommunikationssystemen und Unterhaltungselektronik mit Sitz in Europa.

In diesen Normen werden folgende Aussagen getroffen:

  • ISO 9296: ’Bei Angaben zur Geräuschemission ist es entscheidend, ob die Schalleistungspegel (LWA) angegeben sind. Da viele Verbraucher nach wie vor über die Schalldruckpegel LpA informiert werden möchten, schreibt diese Norm vor, dass beide Kenngrößen anzugeben sind.’
  • ECMA-109:, auf der ISO 9296 basiert, besagt: "Bei den deklarierten Geräuschemissionswerten kommt der Deklaration A-bewerteter Schallleistungspegel, LWA, die größte Bedeutung zu. Es ist jedoch bekannt, dass Verbraucher nach wie vor auch über die A-bewerteten Schalldruckpegel, LpA, informiert werden möchten.
    Deshalb schreibt ECMA-109 vor, dass beide Werte anzugeben sind. Bei der Ausarbeitung dieser ECMA-Norm bestanden zwischen diversen nationalen und internationalen Organisationen Meinungsverschiedenheiten darüber, wie Geräuschemissionswerte am zweckmäßigsten anzugeben seien. Um Verwechselungen zwischen den angegebenen Schallleistungspegeln in Dezibel relativ zu 1 pW und Schalldruckpegeln in Dezibel relativ zu 20 mPa zu vermeiden und die erwähnten Meinungsverschiedenheiten zu entschärfen, werden in dieser ECMA-Norm Schallleistungspegel-Emissionswerte in Bel und Schalldruckpegel-Emissionswerte in Dezibel angegeben."

Verbraucher möchten nach wie vor über den Schalldruckpegel informiert werden, obwohl Angaben zum Schallleistungspegel nicht nur bei Produktvergleichen und Kaufentscheidungen aussagekräftiger sind, sondern auch für die Berechnung der Schalldruckpegel-Werte verwendet werden können.

Messnormen für Schall

Schallmessnormen dienen der Erfassung von Emissionsdaten; die Angabenormen können als Schnittstelle zwischen Herstellern und Käufern/Nutzern betrachtet werden.

Die ISO-Messnormen sind:

ISO 7779: 'Akustik - Geräuschemissionsmessung an Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik.'
Dies ist die international anerkannte Norm für die Messung von Geräuschemissionen, die von PC-Bauteilen, Festplatten und sonstigen Speichermedien abgegeben werden. Sie schreibt die Betriebs- und Montagebedingungen eines Akustiklabors vor, damit reproduzierbare und wiederholbare Werte ermittelt werden können.

ISO 9295: 'Akustik - Messung von hochfrequenten Geräuschen von Geräten der Büro- und Informationstechnik.'
Diese Norm ist eine Ergänzung zu ISO 7779 für die Messung hochfrequenten Schalls (im 16-kHz-Oktavband).

ISO 10302: 'Akustik - Geräusch- und Schwingungsmessung an kleinen Lüftern.'
Dies ist die international anerkannte Norm für die Messung der Geräuschemissionen von Lüftern.

Die vereinbarte ISO-Norm lautet:

ISO 9296: 'Akustik - Vereinbarte Geräuschemissionswerte für Rechnern und Geschäftseinrichtungen.'
Dies ist die international anerkannte Norm für die vereinbarten Geräuschemissionswerte von IT-Geräten. Es legt die Nennung der statistischen Höchstwerte von Geräuschen aus der Kategorie A in Dezibel fest. (LWAd). Dies ist der ‘vereinbarte Schalldruckpegel der Kategorie A’. Das Wort ‘vereinbart’ ist hier besonders wichtig. Es bedeutet, dass der Standard Fehler bei Messungen und in der Produktion mathematisch ausgleicht. Einige Hersteller mögen diesen Fehlerausgleich nicht, weil die ISO 9296 Werte etwa 0,3-0,4 Bel über dem Schalldruckpegel liegen (LWA). Die Messungen sollten gemäß ISO 7779 vorgenommen werden.

Worauf Sie achten sollten

Um zu belegen, dass Rauschzahlen gemäß ISO-Normen ermittelt und angegeben wurden, sind folgende Angaben erforderlich:

Produkt: (Name des Produkts)

Angegebene Geräuschemissionen nach ISO 9296:

NormalbetriebBerreitschaftsmodusRuhezustand
LWadx.xBx.xBx.xB
LpAmxxdBxxdBxxdB

In dieser vollständigen Geräuschemissionsangabe sind auch Schalldruckpegelwerte enthalten. Unter LpAm gibt der Hersteller die Position eines Bedieners oder Beobachters an. Wer nach leisen Produkten sucht, sollte darauf achten, dass die x-Werte so gering wie möglich ausfallen.

Wie PC-Lärm die Gesundheit beeinträchtigt

Tomas Risberg, ein Physiker aus Stockholm, der die schwedische Website von Silent PC betreibt www.silent.se, erforscht, welche gesundheitlichen Auswirkungen Geräusche von PCs und anderen EDV-Geräten haben. Er sagt, dass Geräuschemissionen von hoher Intensität für Menschen gefährlich sein können, aber auch weniger intensive Geräusche unser Wohlbefinden negativ beeinflussen sowie die Sprachverständlichkeit und Arbeitsleistung beeinträchtigen können. Hörschall raubt uns bewusst oder unbewusst die Aufmerksamkeit.

Andauernde, monotone Geräusche können unsere Wachsamkeit sinken lassen. Wachsamkeit ist eine Grundvoraussetzung für volle Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit wiederum wird für die Erfassung und Verarbeitung von Informationen benötigt und ist ein wichtiger Baustein der menschlichen Hirnfunktion.

Stille ist wichtig, weil sie einen neutralen Hintergrund liefert, vor dem wichtige Geräusche hörbar werden. Stille lässt außerdem Energien des Gehirns für die Verarbeitung nicht-akustischer Informationen freiwerden.

Das menschliche Gehirn kann immer nur eine begrenzte Menge an Informationen verarbeiten. Will man sein Gehirn so nutzbringend einsetzen wie möglich, muss man eine Umgebung schaffen, in der jeweils nur die nötigsten Informationen in den Vordergrund treten.

Hintergrundgeräusche von EDV-Geräten können wir als nicht benötigte akustische Informationen betrachten. Wir müssen normalerweise nicht ununterbrochen darüber informiert werden, dass ein bestimmtes EDV-Gerät eingeschaltet ist. Unser Gehirn arbeitet produktiver, wenn diese unerwünschten akustischen Informationen wegfallen.

Zur Gewährleistung einer guten Sprachverständlichkeit und um Irritationen durch Hintergrundgeräusche auszuschließen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation einen Hintergrundlärmpegel von 35 dB(A).

Literaturangaben

  • Hewlett Packard - HP PCs and Acoustic Noise. Copyright Hewlett Packard Company 1997 04/97 rev.1
  • Clay’s Handbook of Environmental Health 18th Edition (1999). Spon Press. Herausgegeben von WH Bassett. ISBN: 0419229604
  • Master Handbook of Acoustics, 4. Auflage. McGraw Hill (2001). F. Alton Everest. ISBN: 0-07-136097-2

Hilfreiche Links

Dieser Artikel wurde mit Erlaubnis von Acousti Products (www.acoustiproducts.com) veröffentlicht. Alle textlichen und grafischen Inhalte sind durch Acousti Products Ltc. urheberrechtlich geschützt, ©2004-5.

 
MasterCard SecureCode MasterCard MasterCard MasterCard MasterCard MasterCard Verified by Visa
30 day money back guarantee  2 Jahre Gewährleistung

Diese Website wird momentan von 35 users besucht (0 eingeloggte Mitglieder und 35 guests).

Haben Sie auf dieser Seite einen Fehler gefunden? Bitte klicken Sie hier, um uns zu informieren.
© 2000-2012 Quiet PC LLP. Klicken Sie hier, um die Geschäftsbedingungen anzuzeigen